Ein Leuchtturm für Esperanto

Esperanto

Haben Sie schon mal Bier-Werbung auf Esperanto gesehen? Und wie heißt wohl „Brauerei“ auf Esperanto?

Esperanto ist eine 1897 entwickelte Plansprache, die beitragen sollte, die nationalen und sprachlichen Grenzen zu überwinden, und heute weltweit von ca. 1 Mio. Menschen gesprochen wird. Es gibt sogar bis zu 1.000 Muttersprachler, meist Kinder von Familien, die sich in Esperanto-Vereinen kennengelernt haben.

Bereits 1903 wurde in Mexiko von Anselmo Morín, Ambrosio Vargas, Enrique Lamicq, José R. Ávalos, Fernando Blancos und Amador Saldaña die erste Vereinigung zu Verbreitung des Esperanto gegründet. Ihre Zeitschrift „Meksika Lumturo“ (El Faro Mexicano) mit dem Untertitel „Organo de la Societo Meksika par Propagandi Esperanton“ (… das können Sie ganz leicht selbst übersetzen, oder?) erschien von 1904 bis 1905. Das Ibero-Amerikanische Institut konnte nun ein fast vollständiges Set dieser Rarität erwerben.

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Lateinamerikanische Kunst der Gegenwart

Daros

Die einzige Fachbibliothek Europas, die sich auf lateinamerikanische Gegenwartskunst spezialisiert hat, liegt in Zürich. Sie gehört zur Daros Latinamerica Collection und umfaßt mehr als 8.500 Bücher über Künstler und Künstlerinnen, Ausstellungskataloge, Werke zur Kunstgeschichte, Kunstkritik und Kulturtheorie sowie mehr als 20 laufende Kunstzeitschriften aus Lateinamerika und Spanien. Außerdem gehört ein Archiv dazu, das Material von Ausstellungsdokumentationen über Presseberichte bis zu Ausstellungseinladungen sammelt.

Die Daros Latinamerica Collection wurde im Jahr 2000 von der Schweizer Sammlerin Ruth Schmidheiny gegründet und ist mit über 1.200 Arbeiten aller Medien und Gattungen von ca. 100 Künstlern und Künstlerinnen eine der bedeutendsten Privatsammlungen lateinamerikanischer Gegenwartskunst. Über Ausstellungen und Leihgaben werden die Werke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Daneben spielen Erschließung und Vermittlung der Bestände eine wichtige Rolle.

Schauen Sie mal auf die Webseite – dort finden Sie Lebens- und Kontaktdaten vieler lateinamerikanischer Künstler und Künstlerinnen, Videos mit Interviews sowie Essays über künstlerische Werke von Gego (Gertrud Goldschmidt) bis hin zu Hélio Oticica.

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Lateinamerika in Paris: die Zeitschrift Imán

Iman

Intellektuelle Gesprächspartnerin und Muse von Schriftstellern, darunter Jorge Luis Borges, Paul Valéry, Vicente Huidobro, James Joyce, Miguel Angel Asturias und Rafael Alberti: Elvira de Alvear war in den Pariser Literatur- und Künstlerkreisen bestens vernetzt. In Buenos Aires hatte Victoria Ocampo 1931 „Sur“ gegründet, die sich zu einer der legendären Kulturzeitschriften des Kontinents entwickeln sollte. Nun wurde auch Elvira de Alvear in Paris als Verlegerin tätig. Sie gründete „Imán“ und machte niemand anderen als Alejo Carpentier zum Chefredakteur. Die Zeitschrift sollte ein Forum für die lateinamerikanische Avantgarde werden, daneben aber auch in Übersetzungen zeitgenössische europäische und nordamerikanische Texte publizieren. So finden wir in der ersten (und einzigen) Ausgabe vom April 1931 Beiträge von León-Paul Fargue, Jean Giono, Emilio Lascano Tegui, Xul Solar, Bruno Barilli, Vicente Huidobro, Henri Michaux, Jaime Torres Bodet, Robert Desnos, Franz Kafka (übersetzt von Arqueles Vela), Miguel Ángel Asturias, Eugène Jolas (übersetzt von Manuel Altolaguirre), Benjamín Fondane, Xixto Martelli, Alejo Carpentier, Hans Arp (übersetzt von L. Vargas), Boris Pilniak (in der Übersetzung von Miguel Angel Asturias), John Dos-Passos (übersetzt von Carlos Enríquez) und Arturo Uslar Pietri.

Im Abschnitt „Conocimiento de América Latina” werden zehn Vertreter des Surrealismus in Paris zu ihren Ansichten befragt – es antworten Ribemont Dessaignes, Robert Desnos, Georges Bataille, Michel Leiris, Philippe Soupault, Walter Mehring, Alfred Kreymborg, Zdenko Reich, Roger Vitrac und Nino Frank.

Trotz des Untertitels „Revista trimestral“ sollte diese erste Nummer im April 1931 das einzige Heft von „Imán“ bleiben. Es wurden 2.720 Exemplare gedruckt und in Buchhandlungen verkauft. Dazu gehörten Librería Viau y Zona (Buenos Aires), Librería Española (París) und Librería Sánchez Cuesta (Madrid). Das Ibero-Amerikanische Institut hat nun antiquarisch ein Exemplar erworben, es trägt die eingestempelte Nummer 1722.

 

 

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Teobert Maler: Mit der Kamera durch den Dschungel

Teobert Maler (1842-1917) gilt als einer der bedeutendsten Forschungsfotografen des 19.Jahrhunderts. Kein anderer hat so viele unbekannte Maya-Ruinen entdeckt und dokumentiert. Seine Fotografien sind noch heute wichtige Zeugnisse für Studien zur Architektur und zu den Inschriften der Maya-Zivilisation. Viele der von Maler fotografierten, beschriebenen und gezeichneten Ruinen wurden erst Jahrzehnte später wieder von Forschern aufgesucht. Dabei wurde oftmals festgestellt, dass Gebäude weiter beschädigt oder gar zusammengestürzt waren. Daher stellen Malers Fotografien und Aufzeichnungen auch für die heutige Archäologie ein außerordentlich wichtiges und unikales Quellenmaterial dar, was das nachhaltige wissenschaftliche Interesse am Bestand erklärt. Das IAI ist im Besitz von ca. 2.700 Fotografien, 7 Manuskripten, 15 Notizbüchern, 145 Skizzen oder Plänen, ca. 230 Blatt Korrespondenz und 370 Blatt loser Notizen.

Diese Woche startet am IAI das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)  geförderte Projekt „Fotografische Expeditionen Teobert Malers im Mexiko des 19. Jahrhunderts“. Mit der wissenschaftlichen und formalen Erschließung des fotografischen Werks und des schriftlichen Nachlasses von Teobert Maler sowie aller wichtigen Publikationen im Kontext seines Schaffens und der Digitalisierung der Materialien in den kommenden 18 Monaten werden die zum Großteil unveröffentlichten oder unzugänglichen Dokumente erstmalig der Wissenschaft zur Verfügung gestellt. Nach Abschluss des Projekts werden die Informationen in den Digitalen Sammlungen des IAI, aber auch über die Portale Europeana, die Deutsche Digitale Bibliothek und SPK-Digital der Forschung zur Verfügung gestellt.

Geplant ist eine Erschließung nach thematischen, regionalen oder sachlichen Konvoluten. Die Rückseiten der Fotografien werden ebenfalls digitalisiert, denn diese sind mit handschriftlichen Informationen versehen. Nach der Digitalisierung müssen die Einbände der über 100 Jahre alten und bereits stark beschädigten Manuskripte, Reise- und Notizbücher restauriert werden.

Übrigens: Sollten Sie die Ausstellung „Teobert Maler. Historische Fotografien Mexikos“ im Mai 2017 im Lesesaal des IAI verpaßt haben, können Sie das jetzt nachholen und einen Rundgang durch die Virtuelle Ausstellung machen.

Näheres über die meist abenteuerlichen Arbeitsbedingungen von Teobert Maler erfahren Sie auch im Artikel von Rolf Brockschmidt  „Teobert Maler – Fotograf der Maya“  anläßlich der Ausstellung „Mexikos Vergangenheit durch die Augen eines deutschsprachigen Fotografen: Teobert Maler und seine Dokumentation der Altertümer Yucatáns“, die im Rahmen des Dualen Jahres Mexiko-Deutschland 2016 gezeigt wurde.

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Lateinamerikanische Kulturzeitschriften digital

Unsere Digitalen Sammlungen wachsen täglich. Seit dieser Woche stehen weitere Kulturzeitschriften vollständig zur Verfügung, die im Rahmen des DFG-Projektes „Lateinamerikanische Kulturzeitschriften“ erworben und digitalisiert werden konnten:

Cervantes. Revista mensual ilustrada (La Habana, 1925-1946)

Cervantes

Plus ultra (Buenos Aires, 1915-1930)

PlusUltra

Prisma. Revista ilustrada de artes y letras (Lima, 1905-1907)

Prisma

Sherlock Holmes. Revista semanal ilustrada (Buenos Aires, 1911-1913)

SherlockHolmes

Lesen Sie über die argentinische Zeitschrift Sherlock Holmes auch den Aufsatz von Martín Albornoz „Periodistas y policías en Buenos Aires“.

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Das IAI präsentiert seine Digitalen Sammlungen in Schweden

Von 15. bis 17. Juni 2017 fand in Göteborg/Schweden die 9. Tagung von NOLAN (Nordic Latin American Research Network) statt. In diesem Rahmen gab es auch eine Sektion des Bibliotheks- und Archivnetzwerks REDIAL (Red Europea de Información y Documentación sobre América Latina) zu „Recursos y documentación“ . Das Ibero-Amerikanische Institut präsentierte seine Digitalen Sammlungen mit Schwerpunkten auf der Digitalisierungsstrategie und den Beständen der Zarzuela-Sammlung sowie den Kulturzeitschriften.

NOLAN_Postersession   PowerPoint-Präsentation

Hier sind alle Abstracts und Poster der Sektion „Recursos y documentación“ zu finden, mit vielen interessanten Digitalisierungsprojekten der europäischen Lateinamerika-Bibliotheken und -Archive.

 

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Barcelona: Das Sterben der Buchhandlungen und Antiquariate

2015 wurde Barcelona von der UNESCO der Titel „Ciudad de la Literatura“ verliehen. Am 23. April, dem Welttag des Buches, der mit dem katalanischen Fest Sant Jordi zusammenfällt, sind die Straßen Barcelonas gesäumt von unzähligen Bücherständen. Barcelona ist jährliche Gastgeberin der internationalen Buchmesse LIBER, des Literaturfestivals „Festival Internacional de Poesía de Barcelona“ sowie einer Reihe anderer Literaturveranstaltungen.

Die Situation der Buchhandlungen ist deutlicher schlechter: Canuda, Millà, Bernat … die Reihe der Namen, die aus dem Stadtbild verschwunden sind, ist lang. Manche davon, wie die auf Theater spezialisierte Buchhandlung Millà, aus der vermutlich auch ein großer Teil der 1.500 Zarzuela-Libretti des IAI stammt, hatten eine über hundertjährige Tradition. In der Carrer d’Aribau, einst Zentrum der Antiquariate, sind inzwischen nur noch wenige Buchhandlungen geblieben. Gründe sind die immer weiter steigenden Ladenmieten und der Rückgang der Einnahmen aus den Bücherverkäufen, aber auch ein Generationswechsel: die älteren Antiquare und Buchhändler gehen in Ruhestand und haben Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden.

Einige betreiben ihr Geschäft im Internet weiter, andere sind sonntags auf dem Mercat Sant Antoni präsent, der von sich sagt, der weltweit größte wöchentliche Bücherflohmarkt zu sein. Dort werden wir morgen nochmal auf die Suche nach weiteren Ergänzungen unserer Zarzuela-Sammlung gehen.

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