Das IAI präsentiert seine Digitalen Sammlungen in Schweden

Von 15. bis 17. Juni 2017 fand in Göteborg/Schweden die 9. Tagung von NOLAN (Nordic Latin American Research Network) statt. In diesem Rahmen gab es auch eine Sektion des Bibliotheks- und Archivnetzwerks REDIAL (Red Europea de Información y Documentación sobre América Latina) zu „Recursos y documentación“ . Das Ibero-Amerikanische Institut präsentierte seine Digitalen Sammlungen mit Schwerpunkten auf der Digitalisierungsstrategie und den Beständen der Zarzuela-Sammlung sowie den Kulturzeitschriften.

NOLAN_Postersession   PowerPoint-Präsentation

Hier sind alle Abstracts und Poster der Sektion „Recursos y documentación“ zu finden, mit vielen interessanten Digitalisierungsprojekten der europäischen Lateinamerika-Bibliotheken und -Archive.

 

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Barcelona: Das Sterben der Buchhandlungen und Antiquariate

2015 wurde Barcelona von der UNESCO der Titel „Ciudad de la Literatura“ verliehen. Am 23. April, dem Welttag des Buches, der mit dem katalanischen Fest Sant Jordi zusammenfällt, sind die Straßen Barcelonas gesäumt von unzähligen Bücherständen. Barcelona ist jährliche Gastgeberin der internationalen Buchmesse LIBER, des Literaturfestivals „Festival Internacional de Poesía de Barcelona“ sowie einer Reihe anderer Literaturveranstaltungen.

Die Situation der Buchhandlungen ist deutlicher schlechter: Canuda, Millà, Bernat … die Reihe der Namen, die aus dem Stadtbild verschwunden sind, ist lang. Manche davon, wie die auf Theater spezialisierte Buchhandlung Millà, aus der vermutlich auch ein großer Teil der 1.500 Zarzuela-Libretti des IAI stammt, hatten eine über hundertjährige Tradition. In der Carrer d’Aribau, einst Zentrum der Antiquariate, sind inzwischen nur noch wenige Buchhandlungen geblieben. Gründe sind die immer weiter steigenden Ladenmieten und der Rückgang der Einnahmen aus den Bücherverkäufen, aber auch ein Generationswechsel: die älteren Antiquare und Buchhändler gehen in Ruhestand und haben Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden.

Einige betreiben ihr Geschäft im Internet weiter, andere sind sonntags auf dem Mercat Sant Antoni präsent, der von sich sagt, der weltweit größte wöchentliche Bücherflohmarkt zu sein. Dort werden wir morgen nochmal auf die Suche nach weiteren Ergänzungen unserer Zarzuela-Sammlung gehen.

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Auf Büchersuche in Madrid

Für unser Zarzuela-Projekt sind wir auf Erwerbungsreise in Spanien: In Madrid und Barcelona gehen wir auf Straßenbuchmärkten von Stand zu Stand, klappern sonntags früh morgens die Flohmärkte ab und besuchen Antiquariate. Dabei suchen wir vor allem die kleinen Libretti, in denen zwischen 1840 und 1950 populäre Zarzuela-Texte abgedruckt werden. Aber auch die Noten – oft Auszüge für Klavier und Gesang aus – mit ihren farbenprächtige Titelbildern interessieren uns.

In Madrid sind wir vor allem auf der Feria del Libro Antiguo y de Ocasión am Paseo de Recoletos unterwegs, die dieses Jahr mit 39 Ausstellern von 18. April bis 25. Mai stattfindet, sowie an der Cuesta de Moyano mit ihren ständigen 30 Bücherhäuschen.

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Auf dem Rastro, dem großen sonntäglichen Flohmarkt, muß man weit gehen, bis man an einem abgelegenen Ende noch einige Bücherstände entdeckt, denn der einstige Flohmarkt ist inzwischen vor allem von Ständen mit Textilien und Andenken geprägt.

Die Krise des spanischen Buchmarktes – im Jahr 2014 haben über 1.000 Buchhandlungen im Land geschlossen – hat auch die Antiquariate getroffen. So ist die berühmte „Celestina“ in der Calle Huertas, die sich auf Theater spezialisiert hatte, inzwischen geschlossen. Dennoch bleibt Madrid die Hauptstadt der Antiquariate, eine Liste der wichtigen Buchhandlungen für antiquarische und gebrauchte Bücher gibt es hier.

Aus Madrid haben wir über 200 Libretti, Noten und andere Bücher auf den Weg nach Deutschland geschickt – und jetzt reisen wir auf unserer Bücherjagd weiter nach Barcelona.

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Madrid und noch mehr Zarzuela

Im prachtvollen Palacio de Longoria, einem der wenigen Jugenstil-Palais in Madrid, ist die SGAE (Sociedad General de Autores y Editores) untergebracht, die in Spanien die Verwertungsrechte für Musik- und Musiktheaterstücke organisiert. In ihrem 1899 gegründeten Archiv (Centro de Documentación y Archivo; CEDOA) lagern etwa 10.000 Musiktheaterstücke, 30.000 Partituren, 15.000 Sprechtheaterstücke und über 40 Nachlässen von Komponisten und Autoren.

Im Umfeld unseres Zarzuela-Projektes haben wir Kontakt mit den KollegInnen des CEDOA aufgenommen und sie nun in Madrid besucht, um über Kooperationen zu sprechen. Bei dieser Gelegenheit bekam das Ibero-Amerikanische Institut weitere Zarzuela-Libretti und Partituren geschenkt, um seine Sammlung von ca. 1.500 Titeln zu ergänzen.  Wir bedanken uns bei den KollegInnen des CEDOA und werden hier weiter über unsere Zusammenarbeit – so z.B. bei Publikationen, Digitalisierung und Tausch von doppelt vorhandenen Exemplaren – berichten.

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Buchmesse in Buenos Aires

Wie viele Buchtitel wurden in Argentinien letztes Jahr produziert? Welches ist das hispanoamerikanische Land mit der höchsten Buchproduktion? Diese und andere Fakten rund um das Buchwesen in Argentinien stellt Viktoria Eglau in ihrem Bericht im Deutschlandfunk „Protest der Literaten – Buchmesse in Buenos Aires hat begonnen“ (1.5.2017) vor. Hier können Sie ihn nachhören.

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Von Prinzen, Büchern und Deutschen in Suriname

Pikin Prensi

Dieses Titelbild kennen Sie sicher. Wenn Sie das Buch aufschlagen, lesen Sie

Kapitri Wan

Wanleisi di mi ben sa abi wan siksi yari so, mi si wan prenki ini wan buku fu owru busi di ben tyari a nen fu „Tru Tori“.

Das ist Sranantongo, eine Kreolsprache aus Suriname. Sie entstand im 18. Jahrhundert in der niederländischen Kolonie in Guyana, mit Elementen aus west- und zentralafrikanischen Sprachen, Portugiesisch, Niederländisch und Englisch. Heute wird Sranantongo von einem Großteil der Bevölkerung in Suriname gesprochen, dient als lingua franca zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen und wird in politischen Reden als Symbol nationaler Identität verwendet. Es gibt ca. 600.000 SprecherInnen, bei ca. 100.000 von ihnen ist Sranantongo die Muttersprache.

Seit dem späten 19. Jahrhundert wird Sranantongo als Schriftsprache in der Literatur verwendet, inzwischen verfügt es über eine vereinheitlichte Orthographie und ein Wörterbuch.

In der Bibliothek des Ibero-Amerikanischen Instituts finden Sie Wörterbücher, Grammatiken und Sprachlehrbücher zum Sranantongo, aber auch belletristische Texte wie Erzählungen und Romane sowie Übersetzungen. Wenn Sie mehr über Sranantongo sowie über Bücher, Kultur und Geschichte Surinames lesen wollen, besuchen Sie das (niederländischsprachige) Blog „Buku – Bibliotheca Surinamica“  von Carl Haarnack. Der Autor hat außerdem auch zur Geschichte der Deutschen in Suriname  zwischen 1650 und 1900 geforscht.

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35.000 Dokumente der CEPAL im Open Access verfügbar

Die CEPAL (Comisión Económica para América Latina y el Caribe), eine Organisation der Vereinten Nationen, produziert seit ihrer Gründung im Jahr 1948 Bücher, Zeitschriften, Statistiken, Jahrbücher, Arbeitspapiere und andere Dokumente. Aktuell sind es über 35.000 Titel mit zusammen 2,5 Mio. Seiten, die auf dem in Chile betriebenen Server der CEPAL digital abrufbar sind. Sie stammen von mehr als 8.000 Autorinnen und sind in bisher fünf Sprachen verfaßt.

Wenn Ihnen von diesen Zahlen ganz schwindelig wird, können  Sie hier in einem Video die wichtigen Fakten sehen

Das Ibero-Amerikanische Institut hat die bibliographischen Daten nun in seinen Online-Katalog eingespielt. Über einen Link ist das jeweilige Dokument im Volltext frei zugänglich. Die Nutzerinnen und Nutzer können nach Autornamen, Titel oder spanischen sowie englischen Schlagwörtern suchen und mit einem Klick online auf das Dokument zugreifen.

Das Repositorium von CEPAL ist das erste in einer Reihe von fünf großen lateinamerikanischen Open-Access-Repositorien, die das IAI in den kommenden Monaten im Rahmen des DFG-geförderten Fachinformationsdienstes Lateinamerika, Karibik und Latino Studies in seinen Katalog einbinden wird. Damit verbessern sich substanziell Sichtbarkeit, Recherche und Zugang zu Open-Access-Publikationen.

 

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