Aus Mexiko-Stadt und Oaxaca: Bücher zu indigenen Sprachen und Kulturen

Auf einer Mexiko-Reise konnten wir in Buchhandlungen und Antiquariaten in Oaxaca und in Mexiko-Stadt Materialien in den indigenen Sprachen Mexikos sowie zu den indigenen Kulturen Oaxacas erwerben.

Dazu zählen u.a. die mexikanische Verfassung übersetzt ins Zapotekische und Mixtekische, Zapotekisch-Wörterbücher sowie Erzählungen und Gedichte in Mixe, in Zapotekisch und Mixtekisch, in Nahua und in verschiedenen Maya-Sprachen.

Schulbücher und Lehrbücher aus den 1970er und 1980er Jahren ergänzen die bereits am IAI vorhandenen Lehrmaterialien („cartillas“, „cuadernos de trabajo“) in indigenen Sprachen.

Cuaderno_de_trabajo

Außerdem haben wir eine Reihe audiovisueller Medien erworben, die künftig in der Phonothek bzw. in der Filmsammlung des IAI zur Verfügung stehen. Darunter sind DVDs mit Dokumentarfilmen zu Alltag und Lebenswelt der Mixteken und Zapoteken, Dokumentationen von Ritualen und Feste (z.B. Guelaguetza) sowie Audio- und Videomaterialien zur comunicación comunitaria wie z.B. Dorfradios.

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Die Digitale Bibliothek von CLACSO

CLACSO

CLACSO (Consejo Latinoamericano de Ciencias Sociales) ist eine 1967 gegründete internationale Organisation, die sich der Förderung und Weiterentwicklung der Sozialwissenschaften in Lateinamerika widmet. Heute gehören ihr über 220 Forschungszentren in 25 Ländern in Lateinamerika und der Karibik, in den USA und in Europa an.

Die Ziele von CLACSO sind außer der Förderung und Entwicklung von Forschung und Lehre in den Sozialwissenschaften auch die Stärkung des Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Forschern innerhalb und außerhalb der Region sowie die Verbreitung von Wissen, das von SozialwissenschaftlerInnen, sozialen Bewegungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen produziert wird. Mit diesen Aktivitäten trägt CLACSO dazu bei, die Fragestellungen der lateinamerikanischen und karibischen Gesellschaften aus einer kritischen und pluralistischen Perspektive zu überdenken. Dafür organisiert CLACSO interdisziplinäre und internationale Arbeitsgruppen zu Themen der Sozialwissenschaften, schreibt Forschungsstipendien für lateinamerikanische NachwuchswissenschaftlerInnen aus, betreibt ein Austauschprogramm zwischen den Ländern des globalen Südens, bietet eine Online-Plattform für Lehre und veranstaltet Kongresse und andere wissenschaftliche Veranstaltungen.

Der Open-Access-Server („Biblioteca Digital“) von CLACSO dient der Speicherung, Verbreitung und Sichtbarmachung der Wissensproduktion. Hier können die Mitgliedsinstitutionen elektronische Bücher, Kapitel von Büchern, Aufsätze, Dissertationen, Vortragstexte, aber auch Bilder, Tondateien und Videos ablegen. Aktuell enthält das institutionelle Repositorium über 100.000 Dateien, die unter der Creative Commons Lizenz 3.0 zur Verfügung stehen.

Die Metadaten sind jetzt in den OPAC des IAI eingebunden und können hier, wie alle anderen gedruckten und elektronischen Medien, z.B. über Autor, Titel oder Stichwort gesucht werden. Per Mausklick auf den Link ist der Zugang zum Volltext oder zur Multimedia-Datei möglich.

CLACSO_OPAC

 

 

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Chilenische Künstlerbücher: Gegen das Verschwinden und für die Erinnerung

IndignityAndResistance

In their Memory, Indignity & Resistance und Memory & Landscape sind drei Künstlerbücher der chilenischen Druckgrafikerin María Verónica San Martín, die das IAI kürzlich erworben hat. Bei ihren Forschungen, die der künstlerischen Praxis zugrunde liegen, konzentriert sich San Martín auf die Dokumentation der Gewalt der Militärdiktatur in Chile. Durch Archivrecherchen nach jenen, die zwischen 1973 und 1990 „verschwunden“ sind, veröffentlicht sie die Geschichten, die tief in den inzwischen freigegebenen Dokumenten verborgen sind.

Vielfach gefaltete Papierbögen zeigen Zeitlinien auf, mit Faden geheftete Porträts der Verschwundenen dokumentieren die Gemeinschaft. Lange Listen mit Namen und Daten weisen die Identitäten nach, die durch die Diktatur ausgelöscht werden sollten.

Da die Druckgrafik selbst ein Prozess des Entfernens, der Negation und des Wiederauftauchens ist, signalisiert San Martín gleichzeitig die stille Erosion der Erinnerung und das buchstäbliche Verschwinden dieser Körper im kollektiven Gedächtnis der Gewalt in Chile. Ihre Bücher und Buchinstallationen nehmen die Form von bildhauerischen Denkmälern an und schaffen Räume von Abwesenheit, Reflexion und Widerstand.

 

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Archiv der Töne

BLSounds

British Library: Sounds bietet online Zugang zu einer Auswahl von ca. 90.000 Tonaufnahmen aus den Archiven der Bibliothek. Dazu zählen Sprachaufnahmen (z.B Dialektaufzeichnungen, Oral History und Sprechtheater), Natur- und Umweltgeräusche und natürlich Musik.

Aus Lateinamerika ist die ethnomusikologische Sammlung von Brian Moser und Donald Tayler (Kolumbien, 1960-61) digitalisiert und online gestellt. Sie entstand in fünf verschiedenen Regionen Kolumbiens:

 

  • dem Delta des Río San Juan an der Pazifikküste  (Noanamá [Woun Meu] )
  • in Amazonien an der Grenze zu Brasilien am Rio Piraparaná (Tukano)
  • an den Nordhängen der Sierra Nevada de Santa Marta (Kogi [Cogui] und Bintukua)
  • auf der Guajiro-Halbinsel an der Grenze zu Venezuela (Guajiro [Wayuu] )
  • im Hügelland an der Grenze zu Venezuela (Molitón)

Die Sammlung enthält Lieder für einzelne Sänger und für Gruppen, Schlaflieder, Zeremonialgesänge, sowie Instrumentalmusik, z.B. für Flöte.  Anhand von Formen wie Vallenato und Conjunto zeigt sich der Wandel in den Musiktraditionen und der allmähliche Verlust traditioneller Formen.

Ihre Feldforschungen und Aufzeichnungen haben Brian Moser und Donald Tayler im Buch The Cocaine Eaters (1965) dokumentiert, das auch im IAI vorhanden ist (Signatur Col ge 179 [8]°  )

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Spaniens größte digitale Bibliothek

In der aktuellen Ausgabe seines Newsletter (Nr. 147, April 2018) stellt das Centro de Estudios sobre Bibliotecologia de la Sociedad Argentina de Información die Digitale Bibliothek der Universidad Complutense vor. Dort kann man u.a. auch auf die Volltexte von 77 wissenschaftlichen Zeitschriften der UCM zugreifen sowie auf einen Ausschnitt der Digitalen Sammlung von HathiTrust.

La Biblioteca de la Universidad Complutense crea la mayor
colección de libros digitalizados

La Biblioteca de la Universidad Complutense de Madrid ha creado desde 1995 la mayor colección de libros digitalizados de España. El objetivo: garantizar el acceso público y preservar a largo plazo el conocimiento generado por esta casa a través de su patrimonio bibliográfico.

En la actualidad se han digitalizado más de 165.000 libros (145 mil del fondo antiguo y 20 mil tesis doctorales). A esta se unen otras colecciones digitales como la de revistas académicas publicadas por la UCM —con más de 45.000 artículos—; la de prensa digital de la Facultad de Ciencias de la Información —con 500.000 periódicos escaneados (en acceso restringido desde la propia biblioteca con fines de investigación para garantizar los derechos de autor)—; 49.742 grabados pertenecientes a la Biblioteca Digital Dioscórides; más de 25.000 documentos depositados en el Archivo Institucional E-Prints UCM; parte del archivo fotográfico del Partido Comunista de España; el Archivo Rubén Darío; una colección de grabados japoneses o los Dibujos de Academia de la Facultad de Bellas Artes.

Muchos de estos documentos fueron digitalizados por Google Libros. Las cinco primeras bibliotecas en este proyecto fueron la Biblioteca Pública de Nueva York y las de las universidades de Harvard, Michigan, Oxford y Stanford. En 2006 se suman California University y la Universidad Complutense de Madrid, primer socio no anglosajón del proyecto.

Una Biblia editada por Bagster en 1825, un diccionario español-inglés de 1786 y un atlas de anatomía descriptiva del cuerpo humano de Bonamy son las obras digitalizadas más consultadas en la Complutense.

El proyecto de digitalización masiva con Google supuso para la Universidad Complutense la creación de una gran base de datos en donde se recogió junto a la versión digital del libro documentación relativa al estado de preservación de cada ejemplar. Esto permitió disponer de una importante información de los ejemplares valiosos y de aquellos que necesitaban actuaciones urgentes para evitar su deterioro. En este sentido, las páginas de cientos de libros que nunca habían sido abiertos, lo fueron para permitir su digitalización y se realizaron múltiples restauraciones en ellos. Pero la labor más destacable fue la inclusión en el catálogo automatizado de la biblioteca de una parte importantísima del fondo antiguo que aún estaba por introducir: 220.000 ejemplares hasta el siglo XIX.

Hoy, no sólo se ha digitalizado el 76.14% de los libros anteriores a 1870, sino que sus condiciones de conservación han mejorado sustancialmente.

 

[Quelle: https://www.sai.com.ar/bibliotecologia/boletin/a/bie147.htm ]

 

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Apolo. Revista de Arte y Sociología

Delmira Agustini, Alberto Zum Felde, Emilio Frugoni, Fernán Silva Valdés … die Liste der Schriftsteller (und einiger weniger Schriftstellerinnen), die zwischen 1906 und 1915 in der uruguayischen Zeitschrift Apolo. Revista de Arte y Sociología publizierten, umfasst alle wichtigen Namen jener Zeit. Ihr Gründer und Herausgeber war Manuel Pérez y Curis, der auch unter dem Pseudonym Ismael schrieb.

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Das Ibero-Amerikanische Institut konnte diese seltene Publikation antiquarisch erwerben. Sie ist Teil einer Sammlung uruguayischer Zeitschriftentitel des ausgehenden 19. Jahrhunderts (z.B. El Lunes de la Razón) und des frühen 20. Jahrhunderts, darunter Asir, La Elocuencia Americana und La Revista de América, die seit kurzem in der Bibliothek des IAI verfügbar sind.

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Max Uhle: Vater der andinen Archäologie

In den Digitalen Sammlungen des IAI jetzt verfügbar: Glasplattenfotografien, Briefe, Zeitungsartikel und andere Materialien aus dem Nachlass von Max Uhle

Max Uhle war ein deutscher Archäologe und Sprachwissenschaftler. Zwischen 1892-1894 unternahm Uhle im Auftrag des Königlichen Museum für Völkerkunde Berlin (heute Ethnologisches Museum – Staatliche Museen zu Berlin) eine Forschungsreise nach Argentinien und Bolivien. Auf dieser Reise erwarb Uhle zahlreiche Sammlungsobjekte, zeichnete ethnographische, linguistische sowie landeskundliche Beobachtungen auf und nahm archäologische Grabungen vor (zumeist Kleingrabungen). In den Jahren 1895-1898 führte er im Auftrag der University of Pennsylvania in Philadelphia (USA) Ausgrabungen an dem südlich von Lima (Peru) gelegenen Zeremonialort Pachacámac durch. Im Auftrag der University of California in Berkeley (USA) führte Uhle dann zwischen 1899-1905 archäologische Feldarbeiten in Peru durch; unter anderem in Moche, Nasca, Marca Huamachuco, im Tal von Chincha, im Tal von Ica, Pueblo Nuevo, im Tal von Pisco und in Huaitará. Uhle legte durch seine Sammlung von über 9.300 archäologischen Objekten den Grundstock für das Phoebe A. Hearst Museum of Anthropology in Berkeley (USA).

Von 1906 bis 1911 übernahm Uhle im Auftrag des peruanischen Staates zunächst die Leitung der archäologischen Abteilung und später die Gesamtdirektion des neu gegründeten Museo de Historia Nacional in Lima. Von 1912 bis 1915 war er in Chile am Aufbau des Museo de Etnología y Antropología in Santiago de Chile beteiligt. Ab 1919-1924 führte er auf Einladung des Privatgelehrten und Politikers Jacinto Jijón y Caamaño (1890-1950) dann Ausgrabungen in Ecuador durch. Im Jahre 1925 übernahm er den neu eingerichteten Lehrstuhl für ecuadorianische Archäologie an der Universidad Central in Quito.

Max Uhle gilt als der Vater der peruanischen Archäologie und als Begründer der systematischen Archäologie Südamerikas. Er führte als erster Archäologe wissenschaftliche Methodik, wie die stratigrafische Analyse, in das Studium der archäologischen Kulturen ein. Die für Südamerika erstmalig systematisch dokumentierten Ausgrabungen ergaben im Bereich der peruanischen Küste die erste vorspanische Abfolge archäologischer Kulturen, deren Gliederung mit relativ geringen Korrekturen noch heute weitgehend Gültigkeit besitzt. Darüber hinaus hat Max Uhle auch ethnographische und ethnolinguistische Forschungen durchgeführt. In Bolivien und Südperu sammelte Uhle bedeutende Daten zur indigenen Linguistik (Aymara, Uru, Chipaya, Quechua).

Weitere Lebensdaten zu Max Uhle sowie umfangreiche Informationen zu seinem Nachlass in verschiedenen Bibliotheken, Archiven und Museen finden Sie auch auf der Webseite des 2001 bis 2003 am IAI durchgeführten DFG-Projekts zur Nachlass-Erschließung.

 

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