Max Uhle: Vater der andinen Archäologie

In den Digitalen Sammlungen des IAI jetzt verfügbar: Glasplattenfotografien, Briefe, Zeitungsartikel und andere Materialien aus dem Nachlass von Max Uhle

Max Uhle war ein deutscher Archäologe und Sprachwissenschaftler. Zwischen 1892-1894 unternahm Uhle im Auftrag des Königlichen Museum für Völkerkunde Berlin (heute Ethnologisches Museum – Staatliche Museen zu Berlin) eine Forschungsreise nach Argentinien und Bolivien. Auf dieser Reise erwarb Uhle zahlreiche Sammlungsobjekte, zeichnete ethnographische, linguistische sowie landeskundliche Beobachtungen auf und nahm archäologische Grabungen vor (zumeist Kleingrabungen). In den Jahren 1895-1898 führte er im Auftrag der University of Pennsylvania in Philadelphia (USA) Ausgrabungen an dem südlich von Lima (Peru) gelegenen Zeremonialort Pachacámac durch. Im Auftrag der University of California in Berkeley (USA) führte Uhle dann zwischen 1899-1905 archäologische Feldarbeiten in Peru durch; unter anderem in Moche, Nasca, Marca Huamachuco, im Tal von Chincha, im Tal von Ica, Pueblo Nuevo, im Tal von Pisco und in Huaitará. Uhle legte durch seine Sammlung von über 9.300 archäologischen Objekten den Grundstock für das Phoebe A. Hearst Museum of Anthropology in Berkeley (USA).

Von 1906 bis 1911 übernahm Uhle im Auftrag des peruanischen Staates zunächst die Leitung der archäologischen Abteilung und später die Gesamtdirektion des neu gegründeten Museo de Historia Nacional in Lima. Von 1912 bis 1915 war er in Chile am Aufbau des Museo de Etnología y Antropología in Santiago de Chile beteiligt. Ab 1919-1924 führte er auf Einladung des Privatgelehrten und Politikers Jacinto Jijón y Caamaño (1890-1950) dann Ausgrabungen in Ecuador durch. Im Jahre 1925 übernahm er den neu eingerichteten Lehrstuhl für ecuadorianische Archäologie an der Universidad Central in Quito.

Max Uhle gilt als der Vater der peruanischen Archäologie und als Begründer der systematischen Archäologie Südamerikas. Er führte als erster Archäologe wissenschaftliche Methodik, wie die stratigrafische Analyse, in das Studium der archäologischen Kulturen ein. Die für Südamerika erstmalig systematisch dokumentierten Ausgrabungen ergaben im Bereich der peruanischen Küste die erste vorspanische Abfolge archäologischer Kulturen, deren Gliederung mit relativ geringen Korrekturen noch heute weitgehend Gültigkeit besitzt. Darüber hinaus hat Max Uhle auch ethnographische und ethnolinguistische Forschungen durchgeführt. In Bolivien und Südperu sammelte Uhle bedeutende Daten zur indigenen Linguistik (Aymara, Uru, Chipaya, Quechua).

Weitere Lebensdaten zu Max Uhle sowie umfangreiche Informationen zu seinem Nachlass in verschiedenen Bibliotheken, Archiven und Museen finden Sie auch auf der Webseite des 2001 bis 2003 am IAI durchgeführten DFG-Projekts zur Nachlass-Erschließung.

 

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