¡BOOM! ¡GR-RRRONG!¡UF! – Lateinamerikanische Comics

 „Das Einzige, was ich in meinem Leben bedauere, ist, keine Comics gezeichnet zu haben!“ – so brachte der spanische Künstler Pablo Picasso seine Faszination für dieses Medium auf den Punkt. Nicht nur Picasso, der zeitlebens gerne Comics las, sondern auch zahlreiche Menschen rund um den Globus greifen täglich zu diesem vielseitigen Medium, das Erzählungen in sequenziellen  Bildfolgen präsentiert. Ab wann eine Bild-Text-Folge als Comic zu bezeichnen ist, welche mediale Eigenschaften – die Verwendung von Sprechblasen und Onematopoesien oder der serielle Massencharakter – den Comic ausmachen, und ob bereits der Wandteppich von Bayeux aus dem 11. Jahrhundert zu dieser Gattung zu zählen ist, wird bei ForscherInnen durchaus kontrovers diskutiert. Unumstritten ist indes, dass sich der Comic im ausgehenden 19. Jahrhundert als Massenmedium etablierte und spätestens mit dem Aufschwung der US-amerikanischen Superhelden in den 1930er Jahren seinen Durchbruch feierte. Heute ist die als „Neunte Kunst“ bezeichnete Mediengattung nicht mehr wegzudenken. Ob Mangas, Graphic Novels oder Comic-Strips, dieses Massenmedium findet diverse künstlerische Formen und regionale wie nationale Ausprägungen.

Welche Wege beschritt diese Mediengattung in den lateinamerikanischen Ländern? Und welche Geschichtsrepräsentationen lassen sich in diesen Historietas finden? Diesen Fragen widmet sich der bei Iberoamericana neu erschienene Sammelband „Historias e historietas. Representaciones de la historia en el cómic latinoamericano actual„. In diesem druckfrischen Band haben die Herausgeber Dr. Katja Carrillo Zeiter und Dr. Christoph Müller Beiträge zusammengestellt, welche die Vielfalt dieses Mediums und seiner Geschichten in den Amerikas dokumentieren. Die Analysen, unter anderem zu Paraguay, Kuba oder Mexiko, zeigen hierbei, dass Comics nicht nur vergnüglich sind, sondern auch eindrucksvolle Einblicke in Geschichtskulturen bieten.

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Die in diesem Sammelband vertretenen ForscherInnen konnten bei der Vorbereitung ihrer Beiträge auch auf die Bibliothek des Ibero-Amerikanischen Instituts (IAI) zurückgreifen: So finden sich im IAI historische wie zeitgenössische Comics zu und aus Lateinamerika, von denen wir einige in den kommenden Wochen vorstellen werden. Selbstverständlich in Form einer kleinen Reihe, denn ein Comic kommt selten allein.

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