Hilfe für die Verwundeten: Die Cruz Roja de Señoras Cristianas in Uruguay

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Tief im Landesinneren Uruguays in der Provinz Rio Negro trafen sie aufeinander: die Anhänger Aparicio Saravias und die Regierungstruppen, die sich schon in den Wochen vorher zahlreiche kleinere Scharmützel und Gefechte geliefert hatten. Der Batalla de Tres Arboles folgten noch weitere Schlachten in diesem kurzen uruguayischen Bürgerkrieg, bis schließlich im September 1897 der Pacto de Cruz dem Konflikt ein vorläufiges Ende setzte.

Das Schicksal der Verwundeten führte bereits Anfang 1897 zur Gründung des uruguayischen Roten Kreuzes, damals noch Cruz Roja de Señoras Cristianas genannt. Vorangegangen war die Sociedad Filantrópica de Damas Orientales, eine kurzlebige Einrichtung, die sich um die Verwundeten der häufigen Bürgerkriege kümmerte, die die Nation im 19. Jahrhundert heimsuchten.

Der Gründerin des Roten Kreuzes Aurelia Ramos de Segarra (1860-1927) gelang es, innerhalb eines Jahres 50 Krankenhäuser im ganzen Land aufzubauen, Hilfskommissionen in den Städten des Landesinneren zu fördern sowie Gelder, medizinische Geräte, Medikamente und Verbandsmaterial zu beschaffen. Zusammen mit ihren Mitstreiterinnen kümmerte sie sich um die Kriegsveteranen, nicht nur auf uruguayischem Territorium, sondern auch in Argentinien und Brasilien: So organisierten sie die Transporte und die Versorgung von Verwundeten und die Rückführung von Flüchtlingen.

1900 erkannte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz und Roten Halbmond das uruguayische Rote Kreuz offiziell als Mitglied an.

„Cruz Roja de Señoras Cristianas. Memoria de sus trabajos durante la guerra civil de 1897“, eine antiquarische Erwerbung in der Bibliothek des Ibero-Amerikanischen Instituts, zeigt in Bild und Text auf eindrucksvolle Weise das Engagement der Frauen. Die dürren Listen der Verwundeten am Ende des Bandes lassen die Schrecken des Bürgerkrieges erahnen.

 

 

 

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