Antiquariatskataloge, Auktionskataloge und bibliographische Zeitschriften

Unter dem Titel „La Bibliografía“ erschien zwischen 1929 und 1952 mit monatlichen Ausgaben der Antiquariatskatalog der Librería Porrúa Hermanos y Compañía (Libros Antiguos – Ediciones Raras – Libros de Ocasión) aus Mexiko-Stadt. Vorne ist meist das Titelblatt ein besonders alten Werks abgebildet oder ein Holzschnitt aus einem solchen Werk. Danach folgt ein kurzer Aufsatz zu einem bibliophilen oder bibliographischen Thema. Der Angebotskatalog im Innenteil ist alphabetisch sortiert und enthält von frühen Drucken der Missionarslinguistik (Wörterbücher und Grammatiken der indigenen Sprachen) aus dem 16. Jahrhundert über Werke der Geschichtsschreibung, Philosophie oder Rechtswissenschaft bis zu Ausgaben von Belletristik des 20. Jahrhunderts.

Durch den einleitenden Aufsatz und das regelmäßige Erscheinen erhält „La Bibliografía“ eher den Charakter einer Zeitschrift. Anders als in den französischen oder deutschen Antiquariatskatalogen sind die einzelnen Exemplare auch nicht ausführlicher beschrieben, z.B. was den Bucheinband, andere Besonderheiten oder den Erhaltungszustand der jeweiligen Ausgabe betrifft. Auch zu den Vorbesitzern werden keine Angaben gemacht, anders als beispielsweise in den Katalogen von Hiersemann oder Harrassowitz.

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Auktionskataloge und Antiquariatskataloge sind wichtige Quellen für Studien zu Netzwerken und zur Wissenszirkulation: Wer kaufte welches Buch, wer verkaufte welches Buch? Wohin gelangten die Handbibliotheken berühmter Wissenschaftler nach ihrem Tod? Welche Bücher konnte ein Forscher zu einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt erwerben? Wo bildeten sich Zentren in den internationalen Netzwerken heraus? Auch für die Provenienzforschung sind diese Quellen unerlässlich.

„La Bibliografía“ aus Mexiko und die erwähnten zahlreichen Antiquariatskataloge aus Deutschland und Frankreich, vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts reichend, können Sie über den Katalog des IAI finden. Außerdem stellt das IAI Digitalisate bereit für das Projekt artsales: Kunst–Auktionen–Provenienzen. Der deutsche Kunsthandel im Spiegel der Auktionskataloge der Jahre 1901 bis 1929 der Universitätsbibliothek Heidelberg, in dessen Rahmen Kataloge von Kunstauktionen nachgewiesen und digital verfügbar gemacht werden.

P.S.: Wenn Sie sich für das Thema interessieren, können Sie hier im FID-Blog demnächst weitere Beiträge zu Antiquariatskatalogen und historischen Forschernetzwerken lesen. Bleiben Sie dran !

 

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