Zeitschriften, Blatt für Blatt: Sammlungen, Ausstellungen und Projekte

Mit einer großen Jubiläumsausstellung, die noch bis zum 8. April 2019 zu sehen ist, feiert die Hemeroteca Municipal de Madrid ihr 100-jähriges Bestehen.

Die Zeitschriftenbibliothek in Madrid ist die älteste und vollständigste ihrer Art in Spanien. Ihre Entstehung ist mit dem Konzept eines Ortes verbunden, an dem Sammlungen von Zeitungen, Zeitschriften und Zeitschriften in Form einer Bibliothek von ephemeren Drucken vorgehalten und zu Studienzwecken wie auch für das allgemeine Publikum bereitgestellt werden.

Die Hemeroteca Municipal de Madrid birgt einen einzigartigen Reichtum an Materialien vom 16. Jahrhundert bis heute, von verschiedenster geografischer Herkunft und alle Formen der Schriftkultur umfassend: Zeitungen und Zeitschriften, Amtsblätter, Manifeste, Broschüren, Flugblätter, Almanache und Kalender. Ebenso heterogen ist die Herkunft: staatlich oder privat, von Regierungen, Institutionen, Verbänden, Unternehmen oder Einzelpersonen.

Die Zeitschriftenbibliothek wurde 1916 auf Initiative der Journalisten Ricardo Fuente und Antonio Asenjo gegründet. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Presse aus aller Welt gesammelt, seit 1966 umfasst die Sammlung fast ausschließlich die in Madrid veröffentlichte Presse.

Heute findet man hier Materialien aus mehr als vier Jahrhunderten. Von besonderer Bedeutung sind die Sammlungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, der Entstehungs- und Frühphase der spanischen Presse. Äußerst umfassend sind auch die Bestände des 19. Jahrhunderts und des Spanischen Bürgerkriegs 1936-1939. Dazu kommen wertvolle Sammlungen alter hispanoamerikanischer, französischer und deutscher Presse.

Die Ausstellung Cuatro siglos de noticias en cien años zeigt eine Auswahl aus den Beständen anlässlich des 100. Jubiläums der Einweihung im Jahr 1918. Sie zeichnet die kulturellen und sozialen Funktionen der Zeitschriften nach und betont die Bedeutung der Sammlung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

 

Kulturzeitschriften

Das Ibero-Amerikanische Institut in Berlin eröffnet am Montag, 25.3.2019 die Ausstellung Interconexiones, transferencias e información: revistas culturales latinoamericanas (26.3.2019 – 30.4.2019, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, BKM), die die Vielfalt lateinamerikanischer Kulturzeitschriften vor Augen führt. Insbesondere die Zeitschriften aus den Jahren 1860 bis 1930 zeugen von einer der turbulentesten Perioden der Geschichte, in der die rasante Industrialisierung, das Wachstum der Mittelschicht, die Emanzipation der Frauen und die Entstehung einer konsumorientierten Kultur tektonische Veränderungen in der Gesellschaft bewirken. Die Zeitschriften sind angefüllt mit Zeichnungen, Cartoons und Fotos, die die visuelle Kultur transportieren und sie in wahre Kunstwerke verwandelt. Mit den transatlantischen Migrationsprozessen werden zudem internationale Netzwerke geknüpft, die zu einem fruchtbaren Austausch führen. Eine Schar von Redakteuren, Autoren, Illustratoren und Druckern hinter jedem Magazin tut alles Mögliche, um ein Publikum zufrieden zu stellen, das stets nach den neuesten Nachrichten aus der ganzen Welt strebt. Die Ausstellung im IAI zeigt die Entwicklungen und wichtigsten Merkmale dieser Publikationen. Außerdem stellt sie das DFG-geförderte Erwerbungs- und Digitalisierungsprojekt Kulturzeitschriften vor.

Weitere Informationen über die Kulturzeitschriften in der Bibliothek des Ibero-Amerikanischen Instituts finden Sie hier im Blog. Außerdem empfehlen wir Ihnen Portal und Blog von Revistas Culturales 2.0

Dieser Beitrag wurde unter Aus dem IAI, Digital, Kultur abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.