Aus den Bergen von Chiapas: eine Zeitschrift in Tzeltal und Tzotzil

Das Bergland von Chiapas ist eine ebenso kulturell, ethnisch, sprachlich und ökologisch reiche wie gleichzeitig wirtschaftlich arme Region. Immer wieder erheben hier indigene Gruppen ihre Stimme und fordern Teilhabe an der Gesellschaft und Anerkennung ihrer Rechte. 25 Jahre alt und heute noch aktuell sind die Beiträge in der Zeitschrift „Jlum jk’inaltik. Boletín Indígena de los Altos de Chiapas“, die Texte auf Spanisch, Tzeltal,  Tzotzil und in anderen Maya-Sprachen sowie Zoque-Sprachen bringt.

Die erste Nummer dieser weltweit nur in sechs Bibliotheken vorhandenen Zeitschrift kam mit dem Nachlass des Freiburger Ethnologen Professor Ulrich Köhler ins IAI, zusammen mit einer Vielzahl weiterer, sehr seltener Materialien und Quellen, die sich vor allem den indigenen Völkern Chiapas‘ und insbesondere den Tzotzil widmen.

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Heute liest …: Spanische und hispanoamerikanische Lyrik in Originalstimmen

Gedichte spanischer und hispanoamerikanischer AutorInnen zum Lesen und Hören  – das bietet die Reihe „Poesía en la Residencia“ der berühmten Kultur- und Begegnungsstätte Residencia de Estudiantes in Madrid. 1910 gegründet und in der Tradition der Institución de Libre Enseñanza aus dem 19. Jahrhundert stehend, wurde die Residencia bald ein Treffpunkt der in- und ausländischen Avantgarde und ein Ort des produktiven Austauschs für WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen. Zu den Bewohner zählten u.a. Federico García Lorca. und Salvador Dalí, dazu kamen unzählige Gäste wie Juan Ramón Jiménez, Pedro Salinas, Manuel de Falla und ausländische BesucherInnen, darunter Igor Stravinsky und Walter Gropius.

Damals wie heute stellen StipendiatInnen der Residencia und Gäste bei Abendveranstaltungen ihre Werke vor. Wie dies in den Originalstimmen von Blanca, Varela, Juan Gelman, Ida Vitale, Jaime Sabines, Octavio Paz, Fina García Marruz  und anderen klingt, können Sie in der Reihe „Poesía en la Residencia“, die jeweils aus einer CD mit der Autorenlesung und einem Textheft besteht und im IAI ab Nummer 1 von 1999 (Rafael Alberti) komplett vorhanden ist, nachhören.

 

 

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Brexit: Deal or no Deal … und was die Geschichte dazu sagt

Wir wissen zwar nicht, ob der Brexit letztlich überhaupt stattfinden wird, zu welchem Zeitpunkt und unter welchen Bedingungen. Wir wissen heute auch noch nicht, wie morgen die Abstimmung über den Brexit-Vertrag im britische Parlament ausgehen wird. Aber wenn Sie nachlesen wollen, wie sich die zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und verschiedenen lateinamerikanischen Ländern gestaltet haben und warum Uruguay unter dem Titel „Dos nacionalidades – un mismo ideal“ die Briten feierte, finden Sie in unserem Online-Katalog umfangreiche Literatur.

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International Year of Indigenous Languages 2019

WEbseite IYIL

Das Ibero-Amerikanische Institut nimmt 2019 am Internationalen Jahr der Indigenen Sprachen teil, das von der UNESCO ausgerufen wurde. Unter diesem Titel werden weltweit Aktivitäten zu den indigenen Sprachen, ihrer Erforschung und Verbreitung gebündelt. Damit soll, so das Ziel der UNESCO, eine Verbindung zwischen Sprache, Entwicklung und Frieden geschaffen werden.

Das IAI wird in diesem Jahr seine Erwerbungen zu Materialien über indigene Sprachen, aber auch die Erwerbung von Primärtexte und Tonaufnahmen in den indigenen Sprachen Lateinamerikas nochmals verstärken. Außerdem werden rechtefreien Materialien digitalisiert und über die Digitalen Sammlungen zur Verfügung gestellt. Veranstaltungen wie z.B. wissenschaftliche Vorträge und Podiumsdiskussionen begleiten das Internationale Jahr der Indigenen Sprachen.

Im Rahmen des Internationalen Jahres der Indigenen Sprachen ruft die UNESCO bis zum 1. März 2019 zur Einreichung von wissenschaftlichen Beiträgen auf  (den gesamten Call for Research Papers und das elektronische Formular finden Sie hier) :

Languages are a core component of human rights and fundamental freedoms. They play a crucial role in the daily lives of people all over the world, allowing them to preserve their history, customs and traditions, memory, unique modes of thinking, meaning and expression, but also to construct their future. The extraordinary language diversity found in the world fundamentally contributes to intercultural dialogue and cultural diversity, as each language is deeply imbued with the culture of the people who speak them.

Despite their immense value, languages around the world continue to disappear at an alarming rate, and most of them are spoken by indigenous peoples. Reasons for the endangerment of languages vary across different communities and locations. Indigenous people – who speak the majority of the 7.000 existing languages – are experiencing challenges to be reconnected to migration, educational disadvantage, illiteracy, assimilation, enforced relocation and other discriminations.

Language policies throughout the world – despite considerable differences in the models and approaches adopted by the respective countries – have often tended to conceive language issues as purely cultural ones. These are usually dealt with by organizations and centers for cultural memory and harmonization, or language development institutes. There is a need to further appreciate the great role that languages play in building inclusive knowledge societies, in providing access to information and in stimulating innovation, having an impact on multiple domains, including education, social and cultural life, the economy, science, technology, and others. Languages therefore contribute to human development, and are essential to realizing sustainable development, good governance, peace and reconciliation.

Contribute to the promotion of indigenous languages through your research

The United Nations General Assembly declared 2019 the International Year of Indigenous Languages, setting its priority to encourage urgent action to preserve, revitalize and promote indigenous languages. This Action plan starts from the recognition that indigenous languages embody rich cultural identities, and that each person should have the ability to use their home language as a prerequisite for respect of human rights. It consequently requires considerable re-working of the sustainable development agenda and national plans in order to encourage further international attention on indigenous issues. This objective could not be achieved without the production of high quality research and the formulation of concrete directions by prominent academics, researchers and practitioners specialized in different fields. These are key to inform new strategies that will address indigenous issues both within the Sustainable Development Agenda and national plans.

UNESCO is calling for the joint action of researchers and practitioners in order to put its message across and have an impact on the way in which indigenous languages are conceived, and their value appreciated by multiple stakeholders – governments, broader civil society, academia, the private sector and other actors. Making available these publications to the wider public through Open Access under the Creative Commons or any other open licensing system is intended to facilitate the promotion of indigenous languages globally.

Preserving, revitalizing and promoting indigenous languages at the national, regional and international level is a broad and long-term objective that involves different key areas of intervention:

  1. Humanitarian affairs, peace-building and national development plans (e.g. during and post-conflict period, radicalization and other; assimilation, mapping and revitalization policies related to languages);
  2. Indigenous education and life-long learning;
  3. Indigenous knowledge in science and health (including interventions for epidemic or pandemic diseases; activism for climate change; water, bioethics and other);
  4. Gender equality (e.g. reproductive health education policies, role of indigenous women in intergenerational transmission);
  5. Social inclusion and urbanization, ethics and civic engagement (e.g. recognition of sign languages, youth engagement, open solutions and other issues);
  6. Cultural heritage and diplomacy (concept of equality of languages, cultural identity imbued in languages);
  7. Technology, digital activism, and artificial intelligence(e.g. language technology);

Den gesamten Call for Research Papers lesen

 

 

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Zwischen Urwald und Bibel: Kinderbücher über „missionary kids“

Mit den christlichen Missionaren in Lateinamerika, die den Eroberern folgten, beschäftigen sich die Linguistik und die Kulturanthropologie schon seit längerem. Unter dem Stichwort „Missionarslinguistik“ werden die frühen Grammatiken und Wörterbücher untersucht, in denen indigene Sprachen dokumentiert sind. Katechismen spiegeln sowohl die christlichen Glaubensinhalte wie auch die indigenen Praktiken und Rituale wider. Auch die heutigen vor allem protestantischen Missionen in Lateinamerika und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Politik sind Untersuchungsgegenstände der Sozialwissenschaften.

Vor allem in den USA beschäftigt man sich außerdem mit den sogenannten „missionary kids“ oder meist kurz MK, den Kindern von evangelischen Missionaren. Daneben gibt es weitere Bezeichnungen für ähnliche Gruppen wie „third culture kids“ (TCK) und „military brat„, die sich jeweils auf gruppenspezifisches Verhalten und Subkulturen von Kindern und Jugendlichen beziehen, die aufgrund des Berufs ihrer Eltern in verschiedenen Ländern aufgewachsen sind.

Im englischsprachigen Raum gibt es eine Reihe von Büchern, die sich mit dem Leben von missionary kids beschäftigen und eine Mischung aus Unterhaltungsliteratur, Ratgeber und Sprach- bzw. Reiseführer für Kinder darstellen. Weit verbreitet ist z.B die dreiteilige Serie „Rani Adventure“ von Ron Snell, die vom Leben im Urwald Perus erzählt (Sie finden sie im Katalog des IAI).

Von Uruguay, seinen Gauchos, den Bräuchen des Landes und dem Schulalltag handelt „Adventures of an M.K. in Uruguay“ von Linda A. de Gonzales (erstmals 1986 veröffentlicht), dessen vierte Auflage jetzt in der Bibliothek des IAI vorhanden ist.

Ganz in der Tradition der Missionarslinguistik des 16. bis 18. Jahrhunderts werden auch hier Wortlisten aufgeführt und in einer eigenen Umschrift die Aussprache angegeben.

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Eine Bilderhandschrift, eine Affenprinzessin und ein Hirschkrieger

Lienzos sind mexikanische Bilderhandschriften aus präkolumbischer Zeit sowie dem ersten Jahrhundert der spanischen Conquista. Sie zeigen topographische Karten, verbunden mit historischen Ereignissen, Genealogien und Besitzverhältnissen und sind wichtige identitätsstiftende Gegenstände für die indigenen Gemeinschaften, die sie besitzen.

Besonders reich an lienzos ist die Mixteca-Region im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Von dort stammt auch der Lienzo de Otla, den Maarten Jansen und Victor Hugo Ruíz Ortiz in ihrem Buch „Lienzo de Otla. Memoria de un paisaje sagrado“ (2009) untersuchen und in seinen historischen wie regionalen Kontext stellen.

Das Buch ist zusammen mit zwei DVDs erschienen, die in Zeichentrick-Filmen die Geschichte „ Epopeya de la princesa 6 mono y del gran guerrero 8 venado“ erzählen bzw. die Auswirkungen der spanische Eroberung auf die Region zeigen.

Und wenn Sie an den Feiertagen zuhause schon mal einen Einblick nehmen wollen: Das Buch ist auch im Open Access vorhanden und den Film über die Prinzessin 6 mono und den Krieger 8 venado können Sie hier sehen.

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Eine Kuriosität zur Weihnachtszeit: Des deutschen Weihnachtsmannes Reise nach Chile (1917)

[Text von Ricarda Musser]

Mitten im ersten Weltkrieg wurde das Kinderbuch „Des deutschen Weihnachtsmannes Reise nach Chile“ von Maximiliano Dalck F. im Selbstverlag in Chile produziert und von den deutschen Buchhandlungen in Santiago, Valparaíso und Concepción vertrieben. Die Titelseite vermerkt, dass ein Teil des Reinerlöses für die Witwen und Waisen der Zentralmächte bestimmt sei.

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Um auch den Kindern der deutschen EinwandererInnen in Chile Geschenke zu bringen, nimmt der Weihnachtsmann die lange und gefahrvolle Reise nach Lateinamerika auf sich. Zeitgemäß durchquert er den Ozean in einem U-Boot, in einer der Illustrationen auch unter Kriegsschiffen hindurch, und reist in Chile selbst mit einem Luftschiff weiter. Auch im Text des achtseitigen Buches finden sich Anklänge an den Ersten Weltkrieg, nämlich bei der Aufzählung der Geschenke, die die Kinder besonders erfreuen sollen:

In diesem Boot fuhr ich hierher

Vom Glück begleitet unterm Meer,

Wo reichlich Platz für alle Sachen

Die kleinen Kindern Freude machen.

Soldaten, Säbel und Gewehr…

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Interessant ist hinsichtlich der Illustrationen, dass der Weihnachtsmann einen dunklen Mantel trägt. Der uns heute geläufige rot gekleidete Weihnachtsmann nahm in seiner jetzigen Gestaltung erst ab 1931 für die Coca-Cola Company seinen Dienst auf.

Das Buch wurde kürzlich digitalisiert und steht unter den Digitalen Sammlungen des IAI zur Verfügung.

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